Tbilisi ist nicht einfach die Hauptstadt Georgiens - es ist eine Stadt, die man nicht vergessen kann. Die Schwefelbäder in der Legvtakhevi-Schlucht, die hölzernen Balkone der Altstadt, die Festung Narikala über dem Fluss Mtkvari, der Duft von frischem Khachapuri am Morgen - all das fügt sich zusammen zu einer der lebendigsten und atmosphärischsten Städte des Kaukasus.
Drei Tage sind die optimale Zeit, um das Wichtigste zu sehen, ohne sich in Details zu verlieren. Diese Route ist so angelegt, dass Sie zu Fuß gehen, wo es sinnvoll ist, und keine Zeit mit unnötigen Fahrten verschwenden. Jeder Tag steht für ein eigenes Viertel, eine eigene Atmosphäre, eine eigene Geschichte.
Was Sie in diesem Artikel finden:
Fertige Tagesroute mit Adressen und Besichtigungsreihenfolge
- Praktische Tipps: Transport, Geld, SIM-Karte, Buchungen
Restaurantempfehlungen nahe jeder Station der Route
- Was Sie im Voraus buchen sollten
- Antworten auf die häufigsten Fragen von Reisenden
Tag 1: Altstadt von Tbilisi und Schwefelbäder
Vormittag: Start im Herzen der Stadt
Der erste Tag gehört ganz der Altstadt. Dies ist das historische Zentrum von Tbilisi, das seit über 15 Jahrhunderten gewachsen ist und seinen Charakter bis heute bewahrt hat: enge Gassen, überhängende Holzbalkone, Innenhöfe wie Brunnen, Moscheen und orthodoxe Kirchen nur hundert Meter voneinander entfernt.
Beginnen Sie die Route am Meidan-Platz (auch bekannt als Gorgasali-Platz) - dem natürlichen Anziehungspunkt des gesamten Viertels. Von hier aus gehen die wichtigsten Fußgängerzonen ab, und von hier aus können Sie sich gut orientieren.
Vom Meidan gehen Sie die Botanicheskaya-Straße entlang in Richtung Legvtakhevi-Schlucht - Sie gelangen in das Viertel der Schwefelbäder. Das Viertel heißt Abanotubani (auf Georgisch "Badeviertel") und existiert hier seit dem 5. Jahrhundert.
Die Schwefelbäder von Tbilisi sind ein Pflichtpunkt auf der Route. Orientieren Sie sich an den Kuppeln mit runden Öffnungen: So sehen die Dächer der Badegebäude von oben aus. Die bekanntesten sind die Orbeliani-Bäder (Bunte Bäder), die mit persischem Ornament verziert sind: Adresse Abanotubani-Straße 2.
Das Baden in den Schwefelbädern ist keine Touristenattraktion, sondern lebendige Tradition. Das Wasser kommt aus natürlichen Quellen mit 37-40°C. Reservieren Sie ein privates Kabinett für 1-1,5 Stunden: zwischen 30 und 80 GEL je nach Tag und Bad.
Was Sie im Voraus buchen sollten: Private Kabinette in den Orbeliani- und Khüsainbey-Bädern. An Wochenenden und Feiertagen sind sie ausgebucht - buchen Sie mindestens einen Tag vorher per Anruf oder Telegram.
Mittag: Narikala und Blick über ganz Tbilisi
Wenn Sie von den Bädern auf dem Fußweg oder mit der Seilbahn von der Station am Fluss hinauffahren (2 GEL, Strecke etwa 500 Meter lang), gelangen Sie zur Festung Narikala - dem wichtigsten Aussichtspunkt von Tbilisi.
Die Festung Narikala stammt aus dem 4. Jahrhundert. Die Mauern wurden mehrfach zerstört und wiederaufgebaut. Im Inneren befinden sich die Ruinen der Nikolauskirche (teilweise restauriert) und offene Terrassen mit Panoramablick auf die Stadt. Eintritt frei, der Aufstieg dauert 15-20 Minuten.
Vom höchsten Punkt der Narikala sieht man ganz Tbilisi: den Mtkvari unten, die Friedensbrücke, Metekhi, Avlabari am gegenüberliegenden Ufer, in der Ferne den Berg Mtatsminda mit dem Fernsehturm. Planen Sie hier mindestens 30-40 Minuten ein.
Adresse: Festung Narikala, Samtskhe-Straße / Orientierung - Seilbahn vom Mtkvari-Ufer.
Mittagessen an der Route
Steigen Sie zurück zum Meidan und essen Sie in der Sharden-Straße zu Mittag - dies ist die gastronomische Straße der Altstadt mit einer Auswahl von klassischer georgischer Küche bis zu europäischen Cafés.
Empfehlungen:
- Machakhela (Sharden-Straße 6) - Khinkali und Mzwadi, lebendige Atmosphäre, Warteschlangen zu Stoßzeiten
Culinarium Khasheria (Puschkin-Straße 5) - für alle, die Khaschi probieren möchten
und traditionelle Gerichte in modernem Interieur
Abend: Rustaveli-Straße und Metekhi
Nach dem Mittagessen gehen Sie zum Rustaveli-Prospekt - der Hauptstraße im Zentrum von Tbilisi. Hier befinden sich das Nationale Opern- und Balletttheater, das Nationale Museum Georgiens (Rustaveli-Prospekt 3, Eintritt 15 GEL) und mehrere schöne vorrevolutionäre Gebäude.
Beenden Sie den Tag bei der Metekhi-Kirche - sie steht auf einem Felsen über dem Fluss und ist von vielen Punkten der Stadt aus sichtbar. Daneben die Reiterstatue von König Wachtang Gorgasali. Der Sonnenuntergang ist von hier besonders schön.
Tag 2: Avlabari, Friedensbrücke und Deserterka-Markt
Vormittag: Avlabari und armenisches Viertel
Avlabari ist ein historisches Viertel am rechten Ufer des Mtkvari. Es wird oft übergangen, und das völlig zu Unrecht: Hier ist es ruhig, authentisch, weniger Touristen.
Beginnen Sie bei der Sameba-Kathedrale (Heilige Dreifaltigkeit) - dies ist die wichtigste Kathedrale Georgiens, erbaut 2004. Höhe 84 Meter, Eintritt frei. Das Panorama vom Gelände ist eines der besten der Stadt.
Adresse: Pirisashvili-Prospekt, Avlabari.
Von der Kathedrale zu Fuß (15 Minuten den Hügel hinunter) zur armenischen Kirche Surb Geworg und den alten Avlabari-Höfen. Dies ist ein anderes Tbilisi - langsam, höfisch, mit Wäsche auf Leinen und Kaffeeduft aus offenen Fenstern.
Mittag: Friedensbrücke und Agmashenebeli-Prospekt
Die Friedensbrücke ist eine Fußgängerbrücke mit Glasdach über dem Mtkvari, die Avlabari und die Altstadt verbindet. Design vom italienischen Architekten Michele de Lucchi. Nachts leuchtet die Brücke - kommen Sie nach Sonnenuntergang hierher zurück.
Nach der Brücke kommen Sie zum Rike-Park - eine ebene Promenade am Fluss mit offenem Amphitheater und Spielplätzen. Ein guter Ort für eine kurze Pause.
Weiter geht es zum Agmashenebeli-Prospekt im Viertel Chugureti: Dies ist der zweite historische Prospekt der Stadt, bebaut mit Jugendstilgebäuden vom Anfang des 20. Jahrhunderts. Weniger touristisch, lebendiger.
Mittagessen: Café Shchega (Makashvili-Straße 1) - Restaurant in der Villa des Schriftstellerverbandes mit einem der schönsten Innenhöfe im Zentrum von Tbilisi. Reservieren Sie im Voraus einen Tisch.
Nachmittag: Deserterka-Markt
Der Desertirski-Markt (Besiki-Straße 1, Viertel Sololaki/Chugureti) ist der größte Lebensmittelmarkt von Tbilisi. Hier gibt es alles: Gewürze, Churchkhela, Käse, Kräuter, frischen Fisch, hausgemachten Wein in Plastikflaschen.
Der Markt ist von früh morgens bis 16:00 Uhr geöffnet. Für Touristen ist dies nicht nur Shopping, sondern ein lebendiges Bild des städtischen Alltags. Kommen Sie ohne Eile, probieren Sie Gewürze - die Verkäufer bieten gerne an.
Das beste Souvenir vom Markt ist eine Mischung georgischer Gewürze Utscho-Suneli und Adschika im Glas. Kostet 3-5 GEL, wiegt wenig, hält lange.
Abend: Wein und Aussichten
Der Abend des zweiten Tages findet in der Kala-Straße in der Altstadt statt. Dies ist eine kleine Weinstraße mit Bars, in denen natürliche georgische Weine ausgeschenkt werden. Probieren Sie Rkatsiteli, Saperavi oder Mzwane in einer der Locations mit offener Veranda.
Tag 3: Mtatsminda, Botanischer Garten und Abschiedsspaziergang
Vormittag: Standseilbahn und Mtatsminda-Park
Der Berg Mtatsminda ist der dritte Pflichtpunkt auf der Route "Tbilisi Sehenswürdigkeiten". Die Fahrt mit der Standseilbahn (Station an der Chonkadze-Straße 1; Preis ca. 3 GEL eine Richtung) dauert etwa 10 Minuten. Oben gibt es eine Aussichtsplattform, einen Vergnügungspark und ein Restaurant.
Der Blick vom Mtatsminda erfasst die ganze Stadt: Von hier sieht man, wie sich Tbilisi entlang des Flusses erstreckt und auf die Hügel steigt. Beste Zeit - morgens (weniger Dunst) oder abends (Lichter der Stadt).
Auf dem Weg nach unten mit der Standseilbahn gibt es eine Zwischenstation beim Pantheon der Schriftsteller und Persönlichkeiten Georgiens mit Gribojedows Grab.
Mittag: Botanischer Garten
Der Botanische Garten von Tbilisi ist einer der ältesten in der Region, gegründet im 17. Jahrhundert. Er liegt direkt hinter der Altstadt, in einer Schlucht unter der Festung Narikala. Fläche 128 Hektar.
Wichtigste Punkte im Inneren:
- Wasserfall im hinteren Teil des Gartens (etwa 20 Minuten zu Fuß vom Haupteingang)
Japanischer Garten
- Gewächshaus mit subtropischen Pflanzen
Adresse: Botanicheskaya-Straße 1. Eintritt: ca. 5 GEL für Erwachsene. Öffnungszeiten: 9:00-19:00 Uhr.
Mittagessen in der Nähe: Café am unteren Eingang des Gartens oder zurück in die Altstadt - bis zur Sharden-Straße sind es 10 Minuten zu Fuß.
Nachmittag: Nakhalovka und Straßenkunst
Nakhalovka (offizieller Name Betlemi) ist ein Viertel westlich der Altstadt, den Hang hinauf. Hier gibt es unerwartet viel Street-Art, Bohème-Cafés und restaurierte Häuser mit schönen Ausblicken auf die Stadt.
Die Betlemi-Straße ist die gute Fußgängerachse dieses Viertels. Steigen Sie von der Leselidze-Straße hinauf, schauen Sie sich um, gehen Sie in die Höfe.
Abend: Abschiedsessen in Marjanishvili
Das Viertel Marjanishvili (15 Minuten von der Altstadt mit dem Taxi oder der Metro) ist jung, nicht touristisch, mit guten Restaurants und niedrigeren Preisen als im Zentrum.
Empfehlungen für den letzten Abend:
- Barbarestan (Dawit-Agmashenebeli-Straße 132) - georgische Küche nach Rezepten aus einem Buch des 19. Jahrhunderts, einer der besten Orte der Stadt. Buchen Sie 2-3 Tage vorher.
- Shavi Lomi (Marjanishvili-Straße 19) - demokratischeres Format, ausgezeichnete Khinkali und Naturwein.
Praktische Informationen
Wie Sie sich in Tbilisi bewegen
- Taxi: Bolt und Yandex Go funktionieren zuverlässig. Fahrt durch das Zentrum 5-10 GEL. Steigen Sie nicht in Autos ohne Taxameter.
- Metro: 2 Linien, decken die wichtigsten Punkte ab. Karte 2 GEL, Fahrt 1 GEL.
- Zu Fuß: Altstadt, Avlabari und Mtatsminda lassen sich logisch zu Fuß erkunden. Das Zentrum ist kompakt.
Seilbahn (Narikala): 2 GEL, in Betrieb von 11:00 bis 23:00 Uhr.
Geld und Zahlung
Währung ist der georgische Lari (GEL). Kurs Stand Mai 2026: ca. 2,6-2,7 Lari für 1 USD. Karten werden überall im Zentrum akzeptiert, aber auf Märkten und in kleinen Cafés ist Bargeld besser. Geldautomaten gibt es bei jeder großen Bank (TBC Bank, Bank of Georgia), Gebühren minimal.
Mobiles Internet
Kaufen Sie eine SIM-Karte gleich am Flughafen nach Verlassen der Ankunftszone. Anbieter: Magti, Silknet, Cellfie. Paket für 10-14 Tage mit Internet 15-25 GEL. Netzabdeckung im gesamten Zentrum ausgezeichnet.
Was Sie im Voraus buchen sollten
Objekt - Wann buchen
Schwefelbäder (privates Kabinett) - 1-2 Tage vorher
Restaurant Barbarestan - 2-3 Tage vorher
Restaurant Littera - 1 Tag vorher
Tickets für Oper/Theater - 3-7 Tage vorher
Häufig gestellte Fragen
Wie viel Zeit braucht man für Tbilisi? Drei Tage sind das Minimum für eine sinnvolle Begegnung. In 5-7 Tagen kann man die Umgebung einbeziehen: Mtskheta, die Georgische Heerstraße, Sighnaghi.
Ist es sicher, abends durch die Altstadt zu gehen? Ja. Das Zentrum von Tbilisi ist zu jeder Tageszeit sicher. Übliche Vorsichtsmaßnahmen - auf die Tasche auf dem Markt und im Gedränge achten.
Spricht man in Tbilisi Russisch? Die meisten Menschen über 35 verstehen Russisch. Jüngere bevorzugen Englisch. In touristischen Zonen gibt es praktisch keine Sprachbarriere.
Wann sollte man am besten nach Tbilisi reisen? April-Mai und September-Oktober sind die ideale Zeit. Im Sommer ist es heiß (+35-38°C im Juli-August), im Winter kühl, aber wenig Besucher und atmosphärisch.
Braucht man ein Visum für die Einreise nach Georgien? Staatsangehörige Russlands, der Ukraine, Weißrusslands, der EU-Länder und der meisten GUS-Staaten reisen visumfrei für bis zu 1 Jahr ein. Aktuelle Liste auf der Website des georgischen Außenministeriums.
Drei Tage in Tbilisi vergehen schnell. Aber die Stadt ist so angelegt, dass jede nächste Ecke etwas öffnet, das nicht in der Route stand: ein Hof mit Weinreben, ein Café im Keller, ein alter Mann, der auf den Stufen Panduri spielt. Planen Sie den Tag - und lassen Sie Raum für das Zufällige.


